Eine gezielte züchterische Bekämpfung ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt beim Thai Ridgeback nicht möglich!
In Thailand ist DS kein Thema. Eine Operation ist sehr billig und kann von den meisten Züchtern selbst durchgeführt werden. Ein operierter Hund gilt als gesunder Hund und wird zur Zucht eingesetzt. Ich möchte diese Vorgehensweise nicht verurteilen, es ist jedoch keine Option für europäische Züchter!
Jedoch ist die Situation außerhalb Thailands nicht viel anders: In Europa wird die Rasse erst seit ca. 15 Jahren gezüchtet und da man in den Anfängen der Zucht noch nichts über DS wusste, wurden auch hier DS Hunde zur Zucht eingesetzt.
Es gab auch kein definitives Zuchtverbot für DS Hunde. Zwar verbietet die FCI die Zucht mit Hunden, die irgendeinen genetischen Defekt haben, aber es werden keine speziellen Untersuchungen auf DS gefordert.
Mit der Zeit wusste man zwar über DS bescheid, durch jahrelanges Tabuisieren des Themas wurde jedoch die tatsächliche Situation nicht erkannt! Es galt als Schande und schlechte Zucht, wenn man DS Welpen in seinem Wurf hatte und so wurden viele Fälle übersehen oder verschwiegen und es war leider auch üblich DS Welpen zu töten.
Erst in den letzten Jahren findet ein Umdenken statt. Der erste Schritt ist ein offener Umgang mit dem Thema.
Je ehrlicher die Züchter über DS Vorkommen in ihren Würfen sprechen, desto klarer wird jedoch, wie dramatisch die Situation tatsächlich ist: Es ist anzunehmen, dass es derzeit keine DS freie „Linie“ gibt! Wer das Gegenteil behauptet weiß entweder nicht bescheid oder verschweigt etwas. DS kommt derzeit in den meisten Würfen vor.
Eine unschöne Tatsache, der es jedoch ins Auge zu Blicken gilt!
Daher ist es beim Thai Ridgeback auch nicht möglich Eltern und Geschwister von DS Hunden aus der Zucht auszuschließen, denn dies würde das sofortige Aus für die Rasse bedeuten.
Ein erster wichtiger Schritt ist, DS Hunde selbst von der Zucht auszuschließen. Dies liegt heute noch meist im Ermessen des Züchters bzw. des Besitzers, denn in den meisten Ländern wird die Rasse noch nicht von einem Club betreut und dort wo es Clubs gibt, ist DS meist noch nicht in den Zuchtbestimmungen vermerkt. Der deutsche CER hat jedoch 2007 seine Zuchtordnung dahingehend geändert. Dies lässt auch für andere Clubs hoffen.
Wie es in Zukunft weiter gehen soll, ist noch unklar. Im Moment muss man als Züchter damit leben, dass jeder Thai Ridgeback ein potentieller DS Träger ist. DS Welpen sollten nicht verschwiegen und schon gar nicht getötet werden. Es gilt, diese fachgerecht operieren zu lassen und geeignete Besitzer für sie zu finden.
Den neuesten Forschungsergebnissen von Salmon Hillbertz folgend, könnte eine mögliche Zuchtstrategie sein, ridgelose Hunde zur Zucht einzusetzen. Diese Nachzuchten wären heterozygot auf die Ridgemutation (Rr) und damit wäre das Risiko, dass sie DS haben, wesentlich geringer. Trotzdem würde das Merkmal des Ridges nicht zwangsläufig verloren gehen, da es ja dominant ist:
Eine Verpaarung eines gesunden Hundes der homozygot auf die Ridgemutation ist mit einem Ridgelosen, würde folgende Nachkommen erzeugen:
Alle Welpen haben einen Ridge und ein niedriges DS-Risiko
Da gesunde homozygote Hunde jedoch eher selten sind, müsste man eine Verpaarung eines heterozygoten Hundes mit einem Ridgelosen wählen. Diese würde so aussehen:
50% der Welpen haben einen Ridge
50% der Welpen sind ridgelos
Alle Welpen haben ein niedriges DS Risiko
Man müsste also ridgelose Welpen in Kauf nehmen. Was aber unter Umständen vertretbarer wäre als zwei gesunde hetero- oder homozygote Partner zu wählen:
75% der Welpen haben einen Ridge
25% der Welpen sind ridgelos
AUSSERDEM: 25% der Welpen haben ein hohes DS-Risiko
Alle Welpen haben einen Ridge
ABER: 50% der Welpen haben ein hohes DS-Risiko
Alle Welpen haben einen Ridge
UND: Alle Welpen haben ein hohes DS-Risiko
Diese Aufstellung ist natürlich nur sehr oberflächlich, da die eigentliche DS-Mutation nicht berücksichtigt (da noch nicht bekannt) ist. Sie dient lediglich dazu, sich eine gewisse Vorstellung machen zu können.
Derzeit ist auch der Einsatz von ridgelosen Hunden in der Zucht durch die Zuchtclubs nicht gestattet. Vorerst müssen solche Zuchtexperimente also warten.
Ideal wäre natürlich eine Gentest durch den DS-Träger identifiziert werden können. Ein solcher kann jedoch erst entwickelt werden, wenn die Mutation bekannt ist.
Wie gesagt wird auf diesem Gebiet geforscht und die Hoffnung lebt, dass sich uns bald neue Wege der Zuchtplanung eröffnen werden.
|