Das richtige Futter für den Lundehund ist ein sehr schwieriges Thema. Im Allgemeinen heißt es, dass sie keine Säugetierfette vertragen, was auf ihre ursprüngliche Ernährung mit Fisch und Papageientaucher-Fleisch zurückzuführen sein soll. Eine falsche Ernährung soll Auslöser für das s.g. „Lundehundsyndrom“ (>Gesundheit) sein. Dies ist allerdings keine bestätigte Theorie. Es gibt durchaus auch Züchter und Halter, die ihre Lundehunde ganz normal ernähren, wie jeden anderen Hund auch. Und auch diese haben Hunde, die bis ins hohe Lebensalter gesund und munter sind.
Auf jeden Fall muss ein an „Lundehundsyndrom“ erkrankter Hund auf Diät gehalten werden.
Ich persönlich habe mich dazu entschieden lieber kein unnötiges Risiko einzugehen und Ylvie auf Geflügel- und Fischbasis zu ernähren.
Sonst ernähre ich sie aber in gleicher Weise, wie meine anderen Hunde: teilweise roh, teilweise mit Fertigfutter, wobei hier schon einige Diätprodukte auf Fisch- und/oder Geflügelbasis auch zu vernünftigen Preisen angeboten werden. Allerdings gehe ich immer mehr zur Roh-Fütterung über, da ich damit wirklich gute Erfahrungen gemacht habe. Aber ich achte weiterhin darauf, hin und wieder Fertigfutter zu füttern, damit meine Hunde es gut vertragen. Wir sind ja viel auf Reisen und im Hotel kann ich ihnen schlecht etwas kochen bzw. Massen rohes Fleisch mit mir führen ;-)
Konkret sieht Ylvie’s Futterplan so aus: sie bekommt rohen Fisch, Geflügelfleisch und –innereien oder gelegentlich Dosenfutter, welches ausschließlich Geflügel enthält (wobei die handelsüblichen Sorten „Huhn“ oder „Pute“ meist nur einen gewissen Prozentsatz dieser Fleischsorten enthalten und ebenso Rindfleisch und tierische Nebenerzeugnisse, daher muss man zu Futter für ernährungssensible Hunde greifen und sich die Inhaltsstoffe genau durchlesen). Dazu gibt es Getreideflocken, Reis oder Nudeln, sowie Obst und Gemüse. Hin und wieder auch Milchprodukte wie Joghurt, Quark oder Hüttenkäse und gekochte Eier. Genaue Futterpläne für die Rohfütterung findet man in der Literatur und auch im Internet. Gelegentlich gibt es auch Trockenfutter, für das natürlich das gleiche gilt, wie für’s Dosenfutter.
Wichtig ist, dass man die Nahrungsaufnahme kontrolliert und das Futter nicht ständig zur Verfügung steht. Lundehunde sind sehr verfressen und neigen auch zu Übergewicht. Deshalb muss man auch mit Leckerlis nebenbei vorsichtig sein. Ich kann keine Gramm-Angaben über Ylvie’s Futter machen, da ich das hauptsächlich nach Gefühl mache. Als Faustregel gilt: Ein Hund hat dann eine gesunde Figur, wenn man die Rippen noch gut ertasten kann.
Besonders pflegeintensiv ist der Lundehund eigentlich nicht. Sehr wichtig ist, regelmäßig die Krallen, besonders die, der zusätzlichen Zehen, zu schneiden. Auch bei ausreichend Bewegung auf Stein- und Asphaltboden nutzen sich die Krallen der zusätzlichen Zehen nicht auf natürliche Weise ab, da sie den Boden nicht berühren.
Das Fell braucht nicht besonders viel Pflege. Gelegentliches Bürsten reicht aus. Im Fellwechsel verliert der Lundehund naturgemäß sehr viele Haare, die Wohnung und Kleidung verunreinigen. Hier sollte man den Hund öfter bürsten.
Ylvie nimmt Schmutz mehr auf als meine anderen Hunde, was vermutlich an ihrer bodennahen Größe liegt. Daher muss ich sie vor Ausstellungen meist baden. Ich rate aber prinzipiell davon ab, Hunde zu oft zu baden. Oft schadet es mehr, als es nutzt und bringt den natürlichen pH-Wert der Haut außer Kontrolle.
Durch Ihre zusätzlichen Zehen trägt Ylvie auch an den Pfoten mehr Schmutz ins Haus als die anderen. Als „schmutzigen“ Hund würde ich den Lundehund aber noch lange nicht bezeichnen. Ylvie ist eben nicht ganz so reinlich wie meine beiden asiatischen Prinzessinnen, aber immer noch sehr viel sauberer als so manch andere z.B. rauhaarige Hunderasse. Entfällt also der direkte Vergleich mit ganz außergewöhnlich reinlichen Hunderassen, würde ich auch den Lundehund als sauberen, pflegeleichten Hund beschreiben, der auch kaum riecht.
Der Lundehund ist ein aktiver Hund, der sich gerne bewegt. Natürlich ist bei einem kleinen Hund das Bewegungsbedürfnis leichter zu stillen als bei einem großen, aber auch ein kleiner Hund kann durchaus mit den Großen mithalten. Ein Lundehund ist sicher ein begeisterter Begleiter auf ausgedehnten Spaziergängen und Wanderungen. Besonders in schwierigem Gelände hat er da noch einen Vorteil gegenüber anderen Hunderassen zumal ihm das Klettern ja im Blut liegt. Der Lundehund ist ein Naturbursche, der zu ebensolchen Menschen passt. Beim Radfahren, Reiten oder Joggen, kommt aber - meiner Meinung nach - ein größerer Hund doch besser mit, obwohl ich auch schon von Lundehunden gehört habe, die ihre Menschen bei solchen Aktivitäten begleiten.
Auch für den Hundesport scheint mir die Rasse gut geeignet zu sein. Agility, Breitensport, Flyball oder Dog Dance würden sich da anbieten.
Auf Grund seiner Größe ist auch die Haltung in der Wohnung möglich. Wobei dann natürlich Bewegung und Beschäftigung noch mehr Zeit erfordern. Probleme bei der Wohnungshaltung ergeben sich vielleicht aufgrund seiner Bellfreudigkeit oder auf Grund mangelnder Stubenreinheit >Charakter.
Reine Zwingerhaltung lehne ich bei allen Hunderassen ab und auch ein Lundehund sollte natürlich nicht alleine im Zwinger versauern. Allerdings ist eine sicher Zwingeranlage sicher eine gute Möglichkeit den Hund zeitweise, z.B. während der Abwesenheit des Besitzers unterzubringen. |